Gefässarzt Münster

1. Was ist der Sudoscan?

Der Sudoscan ist ein nicht-invasives, schnelles diagnostisches Verfahren zur objektiven Beurteilung der sudomotorischen Funktion. Er misst die elektrochemische Hautleitfähigkeit (ESC) an Handflächen und Fußsohlen.

Die Grundlage der Messung ist die Aktivität der Schweißdrüsen, die ausschließlich von postganglionären sympathischen C-Fasern innerviert werden. Diese Nervenfasern gehören zu den Small Fibers des peripheren Nervensystems. Die Messung dauert etwa zwei bis drei Minuten, ist schmerzfrei und gut reproduzierbar. Der Sudoscan stellt damit einen direkten funktionellen Marker der autonomen Small-Fiber-Integrität dar.

2. Zusammenhang mit Dysautonomien

2.1 Autonome Dysfunktion (Dysautonomie)

Dysautonomien betreffen das vegetative Nervensystem und können verschiedene Funktionssysteme beeinträchtigen, darunter die sudomotorische Regulation, die vasomotorische Kontrolle, das kardiovaskuläre System sowie gastrointestinale und urogenitale Funktionen. Die sudomotorische Funktion ist häufig eines der frühesten betroffenen autonomen Systeme.

Eine im Sudoscan nachgewiesene reduzierte elektrochemische Hautleitfähigkeit ist daher ein früher objektiver Hinweis auf eine autonome Dysfunktion, oft noch bevor klinisch manifeste Symptome auftreten.

3. Zusammenhang mit Small-Fiber-Neuropathie

3.1 Bedeutung der Small Fibers

Small-Fiber-Neuropathien betreffen unmyelinisierte C-Fasern sowie dünn myelinisierte Aδ-Fasern. Diese Fasern sind verantwortlich für Schmerz- und Temperaturempfinden sowie für autonome Funktionen wie Schweißsekretion und Vasomotorik.

3.2 Rolle des Sudoscan

Der Sudoscan erfasst funktionell die Integrität der autonomen Small Fibers. Er ergänzt strukturelle diagnostische Verfahren wie die Hautbiopsie durch eine alltagsnahe Funktionsdiagnostik. Besonders geeignet ist er zur Früherkennung, Verlaufsbeurteilung und Risikostratifizierung. Eine sudomotorische Dysfunktion stellt ein zentrales Merkmal der Small-Fiber-Neuropathie dar.

4. Zusammenhang mit weiteren neurologischen Erkrankungen

Pathologische Sudoscan-Befunde finden sich unter anderem bei diabetischer und prädiabetischer Neuropathie, bei Parkinson-Erkrankung, Multisystematrophie, Amyloidose, chemotherapieinduzierter Neuropathie sowie bei Autoimmunerkrankungen wie dem Sjögren-Syndrom. In vielen dieser Erkrankungen ist die autonome Beteiligung prognostisch relevant und häufig unterdiagnostiziert.

5. Sudomotorische Dysfunktion und Mikrozirkulation

5.1 Physiologischer Zusammenhang

Die Schweißdrüsenfunktion ist eng mit der autonomen vasomotorischen Regulation der Haut verknüpft. Sudomotorische Nervenfasern modulieren die Gefäßweite und beeinflussen die Endothelfunktion. Schweißdrüsen sind funktionell Teil der neurovaskulären Einheit und tragen zur Aufrechterhaltung der Kapillardurchblutung, der Wärmeabgabe und des Stoffaustauschs auf mikrovaskulärer Ebene bei.

5.2 Negative Auswirkungen sudomotorischer Dysfunktion

Eine im Sudoscan nachgewiesene sudomotorische Dysfunktion führt zu einer gestörten autonomen Vasodilatation, einer reduzierten Kapillarperfusion, einer endothelialen Dysfunktion, einer lokal erhöhten Blutviskosität sowie zu einer eingeschränkten thermoregulatorischen Anpassung. Die Folge ist eine chronische Mikrozirkulationsstörung, insbesondere in distalen Geweben wie Füßen und Händen.

Die sudomotorische Dysfunktion ist dabei nicht nur ein diagnostischer Marker, sondern ein aktiver pathophysiologischer Faktor, der die Mikrozirkulation nachhaltig verschlechtert.

6. Zusammenhang mit kardiovaskulärem Risiko

6.1 Autonome Dysfunktion als Risikofaktor

Autonome Small-Fiber-Schädigungen korrelieren mit endothelialer Dysfunktion, inflammatorischer Aktivierung, erhöhter arterieller Steifigkeit sowie einer reduzierten Herzfrequenzvariabilität.

6.2 Bedeutung des Sudoscan

Niedrige elektrochemische Hautleitfähigkeitswerte sind mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse, einer erhöhten Mortalität bei Diabetes sowie mit subklinischer Atherosklerose assoziiert. Der Sudoscan ermöglicht daher eine frühe Abschätzung des kardiovaskulären Risikos, insbesondere bei Personen mit Diabetes, Prädiabetes, metabolischem Syndrom oder unklaren autonomen Symptomen.

7. Zusammenfassung

Der Sudoscan ist ein sensitiver Marker der autonomen Small-Fiber-Funktion und erlaubt die frühzeitige Erkennung von Dysautonomien und Small-Fiber-Neuropathien. Die sudomotorische Dysfunktion ist Ausdruck einer autonomen Nervenschädigung und führt aktiv zu Mikrozirkulationsstörungen. Diese Mikrozirkulationsstörungen stellen ein zentrales Bindeglied zwischen neurologischer Dysfunktion, endothelialer Schädigung und einem erhöhten kardiovaskulären Risiko dar. Der Sudoscan eignet sich somit zur Risikostratifizierung, Verlaufskontrolle und Evaluation therapeutischer Maßnahmen.

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