
Was ist die Gegenpulsationstherapie?
Die Gegenpulsationstherapie – häufig als EECP® (Enhanced External Counterpulsation) bezeichnet – ist ein nichtinvasives Verfahren zur Verbesserung der Durchblutung und Mikrozirkulation. Ursprünglich wurde die Methode vor allem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. In den vergangenen Jahren rückte sie zunehmend auch bei chronischen Erschöpfungssyndromen, Durchblutungsstörungen und funktionellen Gefäßproblemen in den Fokus.
Bei der Behandlung werden aufblasbare Manschetten an Beinen und Gesäß angelegt. Diese füllen sich synchron zum Herzrhythmus mit Luft und entleeren sich wieder. Dadurch entsteht eine gezielte Druckwelle, die den venösen Rückstrom verbessert, die Gefäßfunktion unterstützt und die Versorgung von Organen und Gewebe fördern kann.
Die Therapie ist schmerzfrei, medikamentenfrei und erfolgt ambulant.
Die Gegenpulsation nutzt die natürliche Herzaktivität, um den Blutfluss gezielt zu unterstützen.
Verbesserte Durchblutung
Während der Entspannungsphase des Herzens (Diastole) werden die Manschetten nacheinander aufgeblasen. Dadurch wird Blut aus den Beinen in Richtung Herz und zentrale Gefäße transportiert. Dies kann:
Entlastung des Herzens
Kurz vor dem nächsten Herzschlag entleeren sich die Manschetten rasch. Dadurch sinkt der Widerstand, gegen den das Herz pumpen muss. Das Herz kann effizienter arbeiten und wird entlastet.
Positive Effekte auf Gefäße und Endothel
Studien zeigen Hinweise darauf, dass die Therapie die Funktion des Endothels – der inneren Gefäßschicht – verbessern kann. Gerade bei Erkrankungen mit Gefäß- und Mikrozirkulationsstörungen spielt dies eine wichtige Rolle.
Post-COVID und ME/CFS
Viele Betroffene von Post-COVID oder ME/CFS leiden unter:
Aktuelle wissenschaftliche Diskussionen gehen davon aus, dass Mikrozirkulationsstörungen, endotheliale Dysfunktion und eine gestörte Sauerstoffversorgung beteiligt sein können.
Die Gegenpulsationstherapie wird deshalb zunehmend als unterstützende Maßnahme eingesetzt, um:
Gerade bei Long-COVID mit Kreislaufproblemen oder Fatigue berichten viele Patientinnen und Patienten über eine Verbesserung der Energie und Leistungsfähigkeit.
Koronare Herzkrankheit (KHK)
Die klassische Hauptindikation der EECP-Therapie ist die koronare Herzkrankheit.
Besonders geeignet ist sie bei:
Ziel ist eine bessere Versorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff sowie die Entlastung des Herzens.
Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
Bei der pAVK sind die Arterien in den Beinen verengt. Typische Beschwerden sind:
Die Gegenpulsation kann die periphere Durchblutung fördern und dadurch:
Lymphinsuffizienz und Lymphstau
Durch den rhythmischen Druckaufbau kann die Therapie den Rücktransport von Flüssigkeit unterstützen.
Mögliche Einsatzbereiche:
Die Behandlung ersetzt keine klassische Lymphdrainage, kann diese jedoch ergänzen.
Lipödem
Beim Lipödem leiden Betroffene häufig unter:
Die Gegenpulsation kann unterstützend wirken durch:
Kleinfaserneuropathie (Small Fiber Neuropathy)
Die Kleinfaserneuropathie betrifft feine Nervenfasern und kann verursachen:
Da Durchblutungsstörungen und Mikrogefäßprobleme eine Rolle spielen können, wird die Gegenpulsation zunehmend ergänzend eingesetzt, um:
Vorbereitung
Vor Beginn erfolgt in der Regel eine medizinische Untersuchung mit:
Die Behandlung
Die Patientin oder der Patient liegt entspannt auf einer Liege. Große Luftmanschetten werden an:
angelegt.
Über ein EKG-System erkennt das Gerät den Herzrhythmus und steuert die Manschetten exakt synchron.
Die Behandlung wird meist als angenehm und entspannend beschrieben.
Während der Sitzung können viele Patientinnen und Patienten:
Eine einzelne Sitzung dauert typischerweise:
Für nachhaltige Effekte werden häufig empfohlen:
Je nach Erkrankung und individueller Situation können Auffrischungsbehandlungen sinnvoll sein.
Nichtinvasiv und schonend
Gute Verträglichkeit
Viele Menschen empfinden die Behandlung als angenehm und entspannend.
Ganzheitlicher Ansatz
Die Therapie setzt nicht nur lokal an, sondern unterstützt:
Nicht geeignet ist die Behandlung unter anderem bei:
Eine individuelle ärztliche Abklärung ist daher wichtig.
Individuell anpassbar
Die Behandlung kann auf unterschiedliche Beschwerden und Körperregionen abgestimmt werden.
Die Gegenpulsationstherapie ist ein modernes, schonendes Verfahren zur Unterstützung von Durchblutung, Gefäßfunktion und Mikrozirkulation. Besonders bei chronischen Durchblutungs- und Erschöpfungserkrankungen gewinnt sie zunehmend an Bedeutung.
Neben der etablierten Anwendung bei koronarer Herzkrankheit wird sie heute auch ergänzend bei:
eingesetzt.
Durch ihre nichtinvasive Anwendung und gute Verträglichkeit stellt die Gegenpulsation für viele Betroffene eine interessante ergänzende Therapieoption dar.







